Landkreis Mühldorf: Maskenpflicht in Grundschulen, Sperrstunde 22 Uhr

Corona-Pandemie: Landratsamt reagiert auf stark steigende Infektionszahlen – Sieben-Tage-Wert am Freitag bei 115,6 – Eingrenzbares Ausbruchgeschehen in Ampfinger Schlachthof

Mühldorf (rob). Der Landkreis Mühldorf verzeichnet eine steigende Anzahl an Corona-Infektionen und erlässt eine neue Allgemeinverfügung mit Verhaltensregeln – darunter eine zunächst für eine Woche geltende Maskenpflicht im Unterricht auch für Grundschüler. Die Sperrstunde gilt ab 22 Uhr. Eine bestehende Allgemeinverfügung war am Freitag abgelaufen.

Mue Testzentrum1 1Das Corona-Testzentrum am Mühldorfer Volksfestplatz - für die Einrichtung genehmigte der Kreistag am Freitag Eilgeschäfte. (Foto: Robert Attenhauser)Landrat Max Heimerl verteidigte die Entscheidung in der Kreistagssitzung am Freitagnachmittag im Mühldorfer Stadtsaal als „erstmal vorsichtigen Weg – auch wenn viele das nicht verstehen werden“. Heimerl sieht in der raschen Infektionsentwicklung einen Hauptgrund für die Regelung – auch wenn er in den letzten Tagen sehr viel Nachrichten erhalten habe, sowohl von Gegnern einer Grundschul-Maskenpflicht als auch von Befürwortern viel strengerer Schutzmaßnahmen.

Demnach gibt es aktuell eine Grundschul-Maskenpflicht in Bayern für Regionen mit einer Infektionszahl ab 50 Neuinfektionen auf 100000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Der Landkreis Mühldorf hatte am Freitagnachmittag einen Infektionsschnitt von 115,6 – einen lokalen Infektionsherd in einem Ampfinger Schlachthof rausgerechnet immer noch von etwa 65. Der Schlachthof habe in Absprache mit dem Landratsamt das Schlachten vorerst eingestellt.

Heimerl zufolge gibt es für die Maskenpflicht an Grundschulen genau definierte Ausnahmeregelungen. Allerdings treffe keine rechtliche Ausnahme zu, wie es beispielsweise ein tatsächlicher Einzelfall bei einem geistig beeinträchtigten Schüler wäre.

Heimerl sagte, es gebe die klare Forderung nach einem so lange wie möglichen Beibehalt des Unterrichts in Schulen. Wo ein 1,5-Meter-Abstand nicht eingehalten werden könne, seien Masken Pflicht.

Aktuell seien nach Infektionen zwei Grundschul-Klassen in Quarantäne. Eine dritte Klasse habe es bereits gegeben. Auch gebe es bereits infizierte Kindergartenkinder. Fünf Klassen ab der Jahrgangsstufe fünf seien im Landkreis Mühldorf in Quarantäne.

Die jetzige Maskenpflicht werde zum Ablauf der jetzigen Allgemeinverfügung überprüft.

Zwar sieht die Infektionsentwicklung in Mühldorf eine Sperrstunde ab 21 Uhr vor – aufgrund eines lokal eingrenzbaren Infektionsereignisses im Schlachthof setzt der Landkreis die Möglichkeit einer Sperrstunde um 22 Uhr um.

Diese Regelung gilt vorbehaltlich der weiteren Entwicklung. Derzeit, Stand Freitag 14.55 Uhr, waren im Krankenhaus auch Verdachtsfälle in Beobachtung, dazu 13 Covid-Patienten und zwei auf der Intensivstation. Heimerl zufolge gab es auch wieder einen Todesfall.

Nach Heimerls Erfahrung wird es immer schwieriger Regeln zu erklären – „auch weil die sich ständig ändern“, so Heimerl. Es gehe darum Akzeptanz zu schaffen und den Infektions-Trend zu brechen. Dieser Kampf gelinge nur gemeinsam. Jeder Bürger müsse Verantwortung übernehmen.

Der Kreistag genehmigte einstimmig ein Eilgeschäft im Zusammenhang mit außerplanmäßigen Ausgaben für die Einrichtung und den Betrieb der Contact Tracing Teams zur Bewältigung der Corona-Pandemie. Zwar übernimmt der Freistaat die Ausstattungs- und damit verbundene Betriebskosten, den Raum aber muss der Landkreis stellen. Deshalb ist hinter dem Gesundheitsamt ein Behelfsbau entstanden. Die außerplanmäßigen Raum-Kosten für den Zeitraum Oktober bis Dezember für den Landkreis beziffert das Landratsamt auf etwa 60000 Euro, für die EDV sind es etwa 46000 Euro. Die Gelder werden durch Minderausgaben u.a. bei Mieten und Pachten und im Bereich einer zu beschaffenden Personalverwaltungssoftware gedeckt.

Ebenfalls einstimmig entschied der Kreistag ein Eilgeschäft für das Kommunale Corona-Testzentrum am Mühldorfer Volksfestplatz. Für Anmietung beispielsweise von Containern und zur Deckung von Betriebsausgaben werden für den Zeitraum September bis einschließlich Dezember etwa 182000 Euro fällig. Vom Freistaat werden dabei 20 Prozent, etwa 36000 Euro, nicht erstattet.

Zu Beginn der Kreistagssitzung hatte Landrat Heimerl auf eine Infektion in seiner Familie hingewiesen. Er selbst aber habe bereits Antikörper, die Leitung der Kreistags-Sitzung sei erlaubt. „Es gibt keine Extrawurst für den Landrat“, so Heimerl. Im zum Sitzungssaal umgestalteten Stadtsaal hatte jeder Kreisrat einen eigenen Tisch, die Abstandsregeln wurden eingehalten. Die Kreisräte behielten während der Sitzung die Masken auf.

 

Das Landratsamt Mühldorf meldet am Samstag um 10.58 Uhr:

"Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung vom Freitag, 23. Oktober 12 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 24. Oktober 2020, 08:00 Uhr).

Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.

Die 7-Tage-Inzidenz, die den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen entspricht, liegt zum heutigen Stichdatum-/zeitpunkt bei 113,1. Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 169 aktive Fälle, davon werden 8 Personen stationär behandelt."


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