Corona und Gastgewerbe: NGG fordert höheres Kurzarbeitergeld

Etwa 8000 Beschäftigte in den Landkreisen Altötting, Mühldorf und Traunstein bedroht – 880 Betriebe betroffen

Altötting/Mühldorf (rob/red). Leere Hotels, geschlossene Restaurants: Das neuartige Coronavirus trifft im Landkreis Altötting die 190 Betriebe im Gastgewerbe besonders hart und damit auch die rund 1900 Arbeitnehmer der Branche. Im Landkreis Traunstein sind dies 520 Betriebe im Gastgewerbe und damit etwa 4700 Arbeitnehmer, im Landkreis Mühldorf trifft es 170 Betriebe und etwa 1400 Arbeitnehmer. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss- Gaststätten (NGG) hin – und fordert einen Corona-Schutzschirm.

In der Mitteilung der NGG heißt es:

„Die meisten Kellnerinnen, Köche und Hotelfachangestellten müssen jetzt zuhause bleiben. Zwar bekommen sie Kurzarbeitergeld. Das liegt aber nur bei 60 Prozent des

ohnehin oft geringen Einkommens. Für viele Betroffene geht das an die Existenz“, sagt Georg Schneider von der NGG-Region Rosenheim-Oberbayern. Die Gewerkschaft ruft deshalb den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) dazu auf, per Tarifvertrag eine deutliche Aufstockung des Kurzarbeitergelds für die Branche auf den Weg zu bringen. In einigen Betrieben habe man bereits Vereinbarungen dazu getroffen. Ziel müsse sein, die Einbußen für die Beschäftigten so gering wie möglich zu halten. Im Fokus stünden dabei auch Lebensmittelbetriebe: Hier setzt sich die NGG dafür ein, zusammen mit den Arbeitgebern zu betrieblichen Lösungen zu kommen.

Das neue Kurzarbeitergeld wurde in der vergangenen Woche im Rekordtempo von Bundestag und Bundesrat verabschiedet. Danach übernimmt die Bundesagentur rückwirkend ab März die Sozialversicherungsbeiträge für Betriebe, in denen mindestens zehn Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind.

Außerdem sagte die Bundesregierung betroffenen Firmen großzügige Kredite zu.

„Gastronomen und Hoteliers sollten einen Teil der Hilfen für die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes einsetzen. Damit können auch Fachkräfte gehalten werden – die man nach dem Ende der Corona-Pandemie wieder braucht“, so Schneider.

Was Beschäftigte jetzt wissen müssen – von der Kinderbetreuung bis zur Lohnfortzahlung – hat die NGG im Netz zusammengefasst: www.ngg.net/corona“


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