SocialMedia – eine Trotzreaktion

Bei Seminaren können Teilnehmer viel lernen, Seminarleiter manchmal auch eine ganze Menge: Wer sich mit einer Berufsgruppe über Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen im Zusammenhang mit Tageszeitungen unterhält, der muss erst einmal Wut auf die Lokalzeitung abfedern, egal ob sie berechtigt ist oder nur im tiefstem Inneren eines Teilnehmers als existenzbedrohendes Ärgernis wahrgenommen wird. Die Wut ist da. Basta. Was noch auffallen kann: Social Media, namentlich Facebook, erscheint manchem als Eldorado für die Selbstdarstellung und Werbung. Fakt ist wohl: Mehr als ein Drittel der Deutschen haben dort einen Zugang, satte 32 Millionen, mich beeindruckt diese Anzahl – aber zwei Drittel sind also nicht von dem Facebook-Hype angesteckt. Doch dieser Gedanke schrumpft bei einigen Seminaristen angesichts des kostenlosen Zugangs zum Weltmarkt auf eine klitzekleine Winzigkeit zusammen. Dass von den 22 Millionen Deutschen, die offenbar täglich Facebook nutzen, dies 90 Prozent mit Mobilgeräten tun sollen, weckt bei mir deutliche Zweifel an der angeblichen Marktmacht. Auf den kleinen Smartphone-Bildschirmen sind Botschaften letztlich schnell weitergewischt. Wie ist das eigentlich mit den auf Smartphones via App automatisch hergestellten Verbindungen über Facebook-Links – zählen die schon als Kontaktaufnahme, als tägliche Facebook-Nutzung? Wie auch immer: es war kniffelig, die gefühlt süchtig machende Facebook-App vom Smartphone verschwinden zu lassen, hoffentlich endgültig und aus allen technischen Ecken. Das Ding ist weg. Gut so. Unterm Strich bleibt eine Erkenntnis: über bedeutende Dinge regt man sich sehr auf, über Unbedeutendes eher weniger. Da bleibt Hoffnung für die Lokalzeitung, egal ob gedruckt oder online.  

 

Ihr Robert Attenhauser

 

Die Faust hoch - der Monatsrückblick 5/2019

Wehrt Euch gegen Rechtsextremisten! Der ehemalige KZ-Häftling Erich Finsches ergänzte seinen Aufruf bei der Gedenkfeier 74 Jahre nach der Befreiung im Mühldorfer Hart mit der Bitte um Aufklärung über das Entstehen der NS-Verbrechen – und mit einer klaren Ansage: „Wehrt Euch in jeder Art und Weise und wenn es drauf ankommt mit der Faust!“ An der Rüstungsbunker-Baustelle waren in den letzten Kriegsmonaten etwa 8300 KZ-Zwangsarbeiter eingesetzt – etwa 4000 von ihnen überlebten dies nicht. Das Waldlager und ein Massengrab sind als Gedenkort gestaltet, das Bunkerbogen-Gelände wird von Kampfmitteln geräumt und soll in zwei Jahren als Gedenkort fertiggestellt sein. Der Verein „Für das Erinnern KZ-Gedenkstätte im Mühldorfer Hart“ organisiert u.a. Gedenkveranstaltungen. (http://kz-gedenk-mdf.de/)

Zum Tag der Pressefreiheit am 3. Mai rücken zurecht die ermordeten, entführten und inhaftierten Kollegen in den Fokus – doch die Pressefreiheit ist auch lokal zu verteidigen: Zwar sind die Einfluss-Versuche osder der Diebstahl von Bildern, Texten oder Videos noch auf vergleichsweise geringem Niveau – aber es kommt vor. Wehret den Anfängen!

Da wehren sich der Altöttinger Landrat und die Kreisausschuss-Mitglieder gegen grausige Tiertransporte – doch ein Verwaltungsgericht entscheidet für die Produzenten, setzt das Transportrecht durch. Seltsame Welt!

 

 Ihr inntern.de-Herausgeber Robert Attenhauser

 

Kreativität und Killerschweine - der Monatsrückblick 4/2019

Kreativer Gewinn - Es gibt dieses klischeehafte Spitzweg-Bild mit dem Titel „Der arme Poet“ – der Dichter liegt im Dachzimmer-Bett, grübelnd, vom Regenschirm vor dem undichten Dach geschützt, in modernen Versionen wird der Schreiberling gern mit Laptop abgebildet. Nun ja. Allerdings will mit Kunst tatsächlich Kohle verdient werden – auch deshalb gibt es jetzt die Website „kreativ-inn-salzach.de“ für die Kulturwirtschaft in den Landkreisen Altötting und Mühldorf, eine Koproduktion von Politik und Wirtschaftsverbänden. Einfach mal drauf schauen! Eine gute Sache! By the way: Dass Künstler immer auf den Musenkuss wartend im Bett liegen – es ist wirklich ein Klischee!

Zwar steht im Mai die Europawahl an, aber die Kommunalwahl im März 2020 startet schon jetzt mit den Nominierungen der ersten Bürgermeisterkandidaten wie in Altötting (Marco Kessler/SPD) oder des ersten Landratskandidaten für Mühldorf (Max Heimerl/CSU). Früh übt sich …

Fliegen wie Leonardo - Als Künstler und Ingenieur war Leonardo da Vinci schon sehr aktiv. Vielleicht ein bissl abgehoben, auf jeden Fall ein Meister seiner Fächer. Nachbauten seiner Ideen sind bis zum 23. Juni in der Stadtgalerie Altötting zu bestaunen. Anlass: der 500. Todestag des Renaissance-Künstlers. Sehenswert!

Angriff der Killerschweine - Solche Überschriften sollten nicht zum Repertoire eines Journalisten gehören. Dran denken ist natürlich erlaubt, wie jetzt beim Eintreffen der Mail des Landratsamtes Altötting zum Angriff eines Wildschweins auf einen Milchwagenfahrer bei Reischach. Der Mann wehrte sich mit Tritten – das Wildschwein ließ ab. Vermutlich hatte es die Frischlinge verteidigen wollen.

Zurzeit geben sich EU-Abgeordnete bei Wahlveranstaltungen gefühlt die Klinke in die Hand. Ja mei. Meine Bitte: Europa wählt sein Parlament am 26. Mai. Fakt ist: Wer mitstimmt, der kann auch mitreden oder – mitschimpfen, am Stammtisch, in Leserbriefen, bei Demos ...

 

Bis zur nächsten Ausgabe

Ihr inntern.de-Herausgeber

Robert Attenhauser