Aboverluste - Das haut rein !

Die Tageszeitungen hierzulande leiden seit Jahren unter dem Schwund von Abonnenten. Die einen sterben weg, die anderen haben die Schnauze von verschiedenen Gegebenheiten mehr oder weniger berechtigt voll und wieder andere sehen Facebook & Co. als Ersatz. Letzteres ist zwar eine völlige Fehleinschätzung, hält aber nicht von der Abo-Kündigung ab, schließlich weiß man es als Leser sowieso besser als so ein Redakteur in seinem abgeschotteten Redaktionskammerl. Tageszeitung ist teuer, dafür gibt es als Gegenleistung aufbereitete Nachrichten, so viele, wie eine Region bietet, was aber nicht immer wirklich viel sein muss. Tragisch, dass eine breite Info-Basis wie die der Lokalzeitung den mehr werdenden Egozentrikern herzlich wurscht ist. Für diese zählt ohnehin nur die ganz eigene Welt. Auch Zeitungen machen Fehler: da fehlen Zeitungsausträger, was vielleicht auch an der Bezahlung liegen mag, da fehlen freie Mitarbeiter, die vielleicht ob geringster Honorare ganz auf Zeitung verzichten und lieber nur für die eigene Vereinsseite schreiben, da werden Nachrichten, immerhin das Kerngeschäft der Zeitung, gratis weitergegeben, da verschrecken Verlagsleiter mit neuen Ideen ganze Leserschaften, da verwechselt ein Redakteur seine ganz persönliche Wahrnehmung mit Fakten. Vielleicht bekommt dem einen oder anderen Schreiber nach Jahrzehnten an einem Ort auch die Nähe zum Objekt nicht. Manchmal fehlt dann die nötige Distanz. Auch das kommt vor. Das Schlimmste aber: großen Teilen der Gesellschaft fehlt das Verständnis der Vorteile einer einheitlichen Nachrichtenbasis. Dann fängt es an zu bröckeln. Dann entsteht Raum für vermeintlich einfache Lösungen, für Extremismus. Eine Lokalzeitung, die sonst etwa 300 Abonnenten pro Jahr verliert, hat jetzt von einem Quartal aufs andere 200 Abonnenten verloren, berichtet die Informationsgemeinschaft für die Verbreitung von Werbeträgern. Das ist schon heftig. Trotzdem sind Lokalzeitungen, ob mit 11000 oder mit 16000 Abonnenten, weiter die Informationsträger einer Region. Noch ist das so. Hoffentlich bleibt das so.

Robert Attenhauser


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