Klima, Sack und Bahn – der Monatsrückblick 7/2019

Klima-Wandel, Klima-Krise oder Klima-Notstand? Scheinbar kümmert sich die ganze Welt aktuell darum, die Umweltsünden der letzten Jahrzehnte zu benennen und abzustellen. Sogar vor dem Landratsamt Mühldorf wird demonstriert. Für Lokalpolitiker ist Klimaschutz ein heißes Thema, der Wähler tut macht gern seinem Ärger Luft über Forderungen weniger Auto zu fahren oder das eigene Verhalten grundsätzlich auf Klima-Verträglichkeit zu überprüfen. Schwierig macht politische Entscheidungen auch, dass das Umweltthema seit Jahrzehnten von einer Partei besetzt ist. Was also tun? Klare Sache: Begriffe umbenennen und das Thema selbst neu besetzen. Mehrheitlich stimmten die Mühldorfer Kreisräte also für die von der politischen Konkurrenz geforderte Klimaschutz-Resolution des Landkreises, das böse Wort vom „Klima-Notstand“ wurde daraus aber getilgt – wenn auch erst nach einer langen Kreistags-Diskussion mit viel heißer Luft.

Klinik und Fusion – nach dem Grundsatzbeschluss in beiden Landkreisen geht es jetzt um das richtige Aushandeln des Zusammenschlusses der Krankenhäuser in Altötting, Burghausen, Mühldorf und Haag unter ein Betriebsdach. Da sollen Bewertungen noch einmal unter die Lupe genommen werden und am medizinischen Konzept darf auch noch einmal von Fachleuten gefeilt werden. Macht man sowas nicht vor einer solchen Operation?

Der Gelbe Sack, für manchen Bürger ein leicht reißendes Ärgernis, bleibt auch im Landkreis Mühldorf als Verpackung für Verpackungsmüll nach 2020 erhalten, so jüngst eine Kreistags-Entscheidung. Das macht weiter ein paar Millionen Säcke extra Plastikmüll pro Jahr. Müll vermeiden bleibt das beste Konzept.

In den Urlaub mit der Bahn – da ist ein Abenteuer vorprogrammiert. Die ICEs stehen im Bahnhof schon mal länger als geplant, neulich war es über eine Stunde, beim Personalwechsel fehlte ein neuer Zugführer. Letztens war vor der Weiterfahrt der Posten des Lokführers vakant? Als Fahrgast hat man Zeit über Gründe zu spekulieren, vielleicht steckt der Mann auf dem Weg zum Bahnhof noch im Stau auf der Autobahn? Schlimm wird es erst, wenn die Bahn den ICE plötzlich reparieren möchte - es würde auch gar nicht lange dauern, so 20 Minuten vielleicht. Man darf vorher freiwillig den Zug verlassen, weil die Bahn während der Reparatur die Türen nicht öffnen kann. Wer trotz Ausfall der Klimaanlage drinnen bleibt, der bekommt gratis Trinkwasser aus dem Tetrapack. Eine Überlebensration!? Ungeschlagen bleibt der Bericht eines Bekannten über eine Zug-Durchsage nach einem unfreiwilligen Halt: „Hat jemand eine Rohrzange?“ Auch dieser Zug fuhr weiter …

 

Ihr Robert Attenhauser


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