Neue Politiker-Formate statt fades Bierzelt-Tamtam

Festzelt-Kundgebung - das erinnert zumindest ein wenig an Plakate mit der simplen Aufschrift „Strauß spricht“, wahlweise Wehner, Brandt etc. Das klingt nach 70er Jahre, nach Rauchschwaden über den Bierzelt-Tischen, nach Politik, ausgefochten mit schwerem Gerät aber ohne jeglichen Tiefgang. Das war Show ohne Politgrübelei, pointiert, die Bildzeitung zum Hören. Fähige Bierzelt-Redner scheinen heute ausgestorben. Zwar halten wie seinerzeit  mehr oder weniger politische Schwergewichte in den Volksfestzelten Einzug, mit den alten Granden kann aber keiner mithalten. Selbst Stoiber mit seinen Versprechern, mit den vielen Ähs, war bestenfalls Abklatsch aus großer Volksfestzeit, schon zu aktiven Zeiten eher eine Karikatur seiner selbst. Auch gelingt den Parteien kaum mehr, auch nur das eigene Klientel für so einen Bierzelt-Abend zu gewinnen. Absurd wirkt das Senden einer Volksfestrede live im Internet. Man stelle sich das nur einmal vor, so eine fade Rede am heimischen Volksempfänger – da schmerzt allein der Gedanke. Ein neues Format muss her, beim Diskurs wie bei Politikern. Die Zeit für Problemlösungen wird knapp. Die politische Rede muss weg vom dumpfen Bierzeltgefasel. Wie wären ideenreiche Reden ohne Tamtam auf offener Bühne, ganz nah am Volk und seinen Problemen aber ohne Bierdunst. Traumhaft!

Robert Attenhauser


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