Rasenmäher-Fahrer im Visier

Wenn Lärm- und Blutdruck explodieren hilft nur mehr ruhige Gartenarbeit

Er ahnt nichts. Er weiß nichts. Er ist selig, der Mann auf seinem fahrenden Rasenmäher. Wüßte er von den Gedanken der Nachbarn, die in ihren Büros scheitern beim Versuch klare Gedanken zu fassen, die auf ihren Terrassen vom Lärm erschrocken zitternd die Kaffeetassen absetzen, wüßte er von dem Leid lärmempfindlicher Tiere von der Hauskatze bis zum Igel – er müßte sein fahrendes Rasenmäher-Monster verschrotten und verschämt zum Handmäher greifen. Aber er ahnt nichts, fährt weiter selig lächelnd durch seine Wohngebiets-Rasenlandschaft, umkreist den sorgsam per Hand zurück geschnittenen Apfelbaum und rast am Beet vorbei zurück in die Rasenmäher-Monster-Garage. Dort wird Benzin nachgefüllt, der Ölstand kontrolliert, werden Mähmesser abgeschmiert, damit es am kommenden Freitagnachmittag wieder losgehen kann im 150-Quadratmeter-Programm Goliath gegen Grashalm. Von den wild-wuchernden Vorstellungen der Nachbarn zur nachhaltigen Bekämpfung der Rasenmäher-Monster weiß er nichts. Den wütenden Aufschrei im Büro hört nur die Partnerin. Es folgt ihr Hinweis auf ein Verbot zwar nicht von Gedanken, wohl aber von deren praktischer Umsetzung. Zur Senkung des aufgeregten Blutdrucks erweist sich Gartenarbeit als sinnvoll, gut geeignet sind dabei von Hand getriebene Geräte – abgasfrei, ohne Lärm, freundlich zu Klima, Nachbarn und Gedanken.

Robert Attenhauser


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