Verkehrsüberwacher durchbrechen Stunden-Schallmauer

176 Kommunen setzen auf Zweckverband kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern - Verbandsversammlung bestätigt Neuaufnahmen – Mehr Personal im Außendienst

Töging (rob). Erstmals mehr als 2500 geplante Mess-Stunden für den ruhenden Verkehr und mehr als 2000 Stunden für den fließenden Verkehr im Monatsschnitt – Geschäftsleiter Simon Wallner sagte, der Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern habe 2019 erstmals diese Schallmauer durchbrochen. Mehr als 90 Prozent der Planstunden seien umgesetzt worden.

ZV VÜ 2019Zufrieden mit der Verbandsentwicklung (v.l.): stv. Verbandsvorsitzender Stefan Schalk, stv. Geschäftsleiterin Marion Demberger, Verbandsvorsitzende Pamela Kruppe und Geschäftsleiter Simaon Wallner. (Foto: Attenhauser)Mehr und mehr Städte und Gemeinden nutzen die Dienste der kommunalen Verkehrsüberwacher. Die Verbandsmitglieder bestätigten bei der Verbandsversammlung am Donnerstagvormittag in der Kantine am Standort Töging neun neue Mitgliedschaften und zwei Mitgliedschafts-Erweiterungen. Den Verkehr lassen jetzt überwachen die Kommunen Bayerisch Gmain, Bogen, Buxheim, Landau a.d. Isar, Oberpöring, Obertaufkirchen, Roßbach, Siegsdorf und Tittmoning. Ausgebaut wird der Service in Reit im Winkel und in Waging a. See.

Zudem gibt es drei neue Zweckvereinbarungen über jeweils zwei Jahre mit Wang, Markt Kipfenberg und Kirchanschöring.

164 Mitglieder, zwölf Zweckvereinbarungen

Dem Verband gehören damit 164 Mitglieder an, es bestehen zwölf Zweckvereinbarungen. Verbandsvorsitzende Pamela Kruppa fasste die Entwicklung so zusammen: „Eine starke Leistung, die da an den Tag gelegt wird.“

Die Verkehrsüberwachung wirkt – davon geht der Verband aus auch aufgrund der Tatsache, dass es mehr Verfahren im ruhenden Verkehrs gibt, eine Tendenz der letzten Jahre, und einer stagnierenden Anzahl beim fließenden Verkehr. Insgesamt waren es etwa 284000 Verfahren bis Oktober 2019. Der Personalstand wuchs bis November 2019 auf 106 an, davon 35 Mitarbeiter im ruhenden Verkehr und 22 im fließenden Verkehr. 2017 waren es insgesamt 80 Mitarbeiter.

Zunehmende Wirtschaftlichkeit

Der Verband baut mehr Planstellen vor allem im Außendienst auf, um die zunehmenden Aufgaben bewältigen zu können. Für Geschäftsleiter Wallner ist dies ein Hinweis auf eine zunehmende Wirtschaftlichkeit des Zweckverbandes – auch wenn dem Krankheitsstand von etwa sieben Prozent weiter mit einem Programm zum betrieblichen Gesundheitsmanagement entgegnet werde.

446900 Euro hatte der Verband an Investitionen für 2019 beschlossen, davon sind bereits 92 Prozent umgesetzt – vor allem im Bereich Fahrzeuge und EDV.

Gerüstet ist der Verband auch im Bereich „Handyparken“, sofern diese Leistung von Kommunen genutzt wird. Die Parkgebühr wird dabei via Smartphone abgerechnet. Fahrer können zum Beispiel über ein nahes Ende ihrer Parkdauer benachrichtigt werden. Kommunen könnten einige Parkautomaten einsparen.

Die Investitionen im kommenden Jahr steigen auf 464300 Euro. Schwerpunkt bleiben Messtechnik und Fahrzeuge. Der Ergebnishaushalt soll 2020 bei Einnahmen von etwa 6,1 und Ausgaben von etwa 6,03 Millionen Euro mit einem Ergebnis von etwa 77000 Euro abschließen. Der Finanzhaushalt sieht bei Einzahlungen von 6,06 Millionen Euro einen Überschuss von 45000 Euro vor.

Die Beschlüsse zu Haushalt und Satzung fielen einstimmig.

Geschäftsleiter Wallner sagte, das Urteil des Oberlandesgericht Frankfurt zu einem Verbot privatrechtlicher Verkehrsüberwachung habe keine Auswirkung auf den eigenen Zweckverband.

Modell ist beispielgebend

Der erweist sich zunehmend als Paradebeispiel für andere Bundesländer. Nach Verbandsangaben kommt demnächst eine Delegation aus Rheinland-Pfalz nach Töging, um den Vorbild etwas abzuschauen.

Nach Angaben der stellvertretenden Geschäftsleiterin Marion Demberger basiert der Erfolg des Zweckverbands ausschließlich auf Mundpropaganda. Dies reiche für den Verband auch aus – da so die vorhandenen Aufgaben bewältigt werden könnten. Stets werde bei den Verbandsmitgliedern „nachjustiert“ und „optimiert“.

Eine überregionale Gratis-Werbung nutzte der Verband nach Absprache mit den Mitarbeitern dennoch: der Sender Pro7 hatte in seiner Sendung „Galileo Quiz“ über den Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern berichtet.


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