Klinikfusion: medizinisches Konzept vorgestellt

Kreistag in Mühldorf und Altötting sollen Vorhaben am 28. November endgültig beschließen

Töging (rob). Das medizinische Konzept für die Fusion der Kreiskliniken in den Landkreisen Altötting und Mühldorf steht fest. Die medizinischen Leiter Prof. Michael Kraus für Altötting und Dr. Wolfgang Richter für Mühldorf haben bei einer Pressekonferenz am Samstagnachmittag im Wirtschafts-Service-Zentrum einen Korridor vorgestellt. Die Fusion soll zum ersten Januar 2020 über die Bühne gehen – die Zustimmung der beiden Kreistag noch am 28. November zeitgleich beschlossen werden.

Kliniken Fusio MedKonzept 2019 2Stellten das Konzept gemeinsam vor (v.l.): Altöttings ärztlicher Direktor Prof. Michael Kraus, dessen Klinik-Vorstand Michael Prostmeier und Landrat Erwin Schneider sowie sein Mühldorfer Kollege Georg Huber, der Mühldorfer Klinik-Geschäftsführer Ulrich Hornstein und Dr. Wolfgang Richter, ärztlicher Direktor in Mühldorf. (Fotos: Attenhauser)Doppelvorhaltungen vermeiden, Schwerpunkte setzen, ein ausgewogenes Konzept, Qualität vor Geschwindigkeit, Bürger müssen Vorteil haben – mitunter diese Schlagworte beschreiben die Vorgehensweise und Ziele bei der Entwicklung des medizinischen Konzeptes für die Fusion der Kreiskliniken in den Landkreisen Altötting und Mühldorf mit Krankenhäusern in Altötting und Mühldorf und kleineren Einheiten in Burghausen und Haag.

Parität und Augenhöhe

Altöttings Landrat Erwin Schneider (CSU) sprach von Parität und Augenhöhe bei den Verhandlungen und dem Ergebnis. Die Häuser würden eine „individuelle Vergangenheit“ mitsamt Betriebsdefiziten aber eine „gemeinsame Zukunft“ haben.

Mühldorfs Landrat Georg Huber (CSU) sagte, die Mitarbeiter seien über das Ergebnis informiert, ebenso die Kreisgremien. Nach 2021 würden die Defizite paritätisch getragen – also zu jeweils 50 Prozent für jeden Landkreis. Huber zufolge zeichnet sich eine Lösung für die in einer eigenen Gesellschaft angestellten Mühldorfer Klinikmitarbeiter ab. Allerdings gebe es am Montag noch Gespräche u.a. mit Betriebsrat und Rechtsanwälten. „Aber wir sind auf einem sehr, sehr guten Weg“, so Huber zu den Forderungen der Angestellten, für gleiche Arbeit gleichen Lohn zu erhalten.

Konzept ist ein Korridor

Altöttings ärztlicher Direktor Prof. Michael Kraus stellte die künftige Konzeption vor, u.a. mit einer von Altötting nach Mühldorf verschobenen Urologie (siehe Foto). Das Konzept sein ein „Korridor“, in dem man sich bewege. Es gelte auch den Mitarbeitern zu vermitteln, dass es zwar zwei Häuser aber eine Einheit sei.

Dr. Wolfgang Richter, ärztlicher Direktor der Mühldorfer Kreiskliniken, sprach von einem „ausgezeichneten Kompromiss“ aufgrund medizinischer Notwendigkeiten und wirtschaftlicher Anforderungen.

Altöttings Landrat Schneider zufolge muss der Freistaat Bayern noch dem neuen Konzept in einem Teil zustimmen.

Kommende Entwicklungen einarbeiten

Schneider sagte, bei der Reduzierung von Doppelvorhaltungen sei nicht das maximal Mögliche umgesetzt worden. Kraus zufolge gibt es sechs bis sieben Bereiche, die derzeit doppelt vorgehalten würden. Richter ergänzte, weitere Änderungen könne es je nach Entwicklung in den kommenden Jahren geben. Für den Mühldorfer ärztlichen Direktor gibt es eine grundsätzliche Entwicklung: im Gegensatz zu Altötting liege der Schwerpunkt in Mühldorf mehr auf planbare Behandlungen und Operationen. Eine Notfallversorgung bleibe an beiden Standorten – mitsamt der dadurch bedingten Doppelvorhaltungen.

Kliniken Fusio MedKonzept 2019 3Das ist der Weg nach dem 1.1.2020, sofern die Kreistage diesem medizinischen Konzept zustimmen. Umgesetzt wird es nach und nach, nicht mit einem Ruck. Das medizinische Konzept ergänzt die bereits vorgestellten Regelungen zur Fusion. Die damals vom Kreistag Altötting erhobenen Forderungen würden mittlerweile erfüllt (siehe Artikel).

Weder Huber noch Schneider wollten sagen, welcher Landkreis wem wie etwas „zugeschustert“ habe, um die Diskussion nicht auf diesen Aspekt zu konzentrieren.

Die Kliniken fassten das Konzept so zusammen:
  • In beiden Landkreisen erfolgt eine hochwertige und nachhaltige stationäre medizinische Versorgung.

  • Alle vier Klinikstandorte bleiben erhalten.

  • Die internistische, neuroligische und chriurgische Notfallversorgung bleibt in beiden Landkriesen gesichert.

  • Eine Geburtshilfe bleibt in Altötting wie Mühldorf erhalten.

  • Die Umsetzung des medizinischen Konzepts erfolgt so, dass der Grundversorgungs- und Schwerpunktversorgungsstatus der Kliniken nicht gefährdet wird.

 


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