Caritas plant Begegnungsstätte für Suchtkranke

Niederschwelliges Angebot auf freiwilliger Basis – Standort soll ehemaliger Schleckerladen sein

Töging (rob). Eine Begegnungsstätte der Caritas für Suchtkranke soll in den Räumen des ehemaligen Schlecker-Ladens in der Wolfgang-Leeb-Straße 16 entstehen. Vertreter der Caritas stellten das Angebot zur freiwilligen Hilfe in der Stadtratssitzung am Donnerstag vor. Dort stieß das Projekt auf Zustimmung.

Die Caritas-Verbände Altötting und Mühldorf wollen das Tages-Angebot für bis zu 30 Klienten gemeinsam an der Schnittstelle der beiden Landkreise stemmen. Die Rede ist von einem „niederschwelligen Betreuungsangebot“ für Betroffene sämtlicher Suchtarten von der Spielsucht über Alkohol über Cannabis bis zum Heroin. Nach Angaben der Betreiber sind etwa 70 Prozent der Kunden alkoholkrank.

Das etwa 300 Quadratmeter große Areal im Erdgeschoss eines im vorderen Bereich mehrstöckigen Gebäudes an der Wolfgang-Leeb-Straße wird von einem Töginger Architekten überplant, der Hauptzugang wäre im rückwärtigen Bereich, ein Zugang zu einem Gruppenraum mit anderen Tagesangeboten wäre über die Wolfgang-Leeb-Straße zugänglich.

Zum Angebot gehört neben den Beratungen auch die Möglichkeit gemeinsam zu Frühstücken oder Mittag zu essen, um Süchtigen wieder eine Tagessstruktur vermitteln zu können.

Das Angebot setzt auf Freiwilligkeit, jeder solle das Gefühl haben, vorbeischauen zu können, sagten die Anbieter im Stadtrat. So soll auch eine mögliche Vereinsamung von Suchtkranken mit weiteren negativen Folgen vermieden werden. Neben einem Beratungsangebot soll es auch Wasch- und Duschmöglichkeiten geben.

Die Caritas setzt darauf, Kräfte an der Schnittstelle der Landkreise bündeln zu können, beispielsweise für Gruppen, die für einen Landkreis zu klein wären.

Für 15 bis 20 Klienten wären drei Sozialpädagogen zuständig mit 19,5 Verwaltungsstunden, bei bis zu 30 Klienten wären dies 4,5 Stellen und 39 Verwaltungsstunden.

Für einen Bauantrag ist ein Antrag auf Nutzungsänderung nötig. Der Bezirk Oberbayern hat seine unbefristete Unterstützung für das auf zunächst zehn Jahre angelegte Projekt zugesagt, der Vermieter mit anderen Mietern des Gebäudes bereits gesprochen.

Bislang theoretisch besteht die Möglichkeit, unmittelbar neben den Beratungsräumen drei kleine Mietwohnungen für Suchtkranke bereitzustellen.

Auf Nachfrage von Günter Zellner (SPD) sagte Mühldorfs Caritas-Geschäftsführer Richard Steffke, ein Wunsch sei, dass die Stadt das Projekt mittrage. Finanzielle Unterstützungs-Möglichkeiten gebe es bei der Erstausstattung der Räume.

Christoph Joachimbauer (CSU) fand es gut, dass das Hilfsangebot als solches im Stadtbereich erkennbar sei, auch wenn es anonym besuchbar sei.

Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst (CSU) sagte, die Räume würden seit Jahren leer stehen. Das neue Angebot sei „aller Ehren wert. Hut ab“, so Windhorst.


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