Töging: 19 Meter hohes Hotel an Autobahn-Ausfahrt möglich

Stadtrat stimmt für Aufstellung eines Bebauungsplanes auf einem 10000-Quadratmeter-Grundstück – Stadträte halten Option für Fastfood-Restaurant offen

Töging (rob). Möglich sind ein bis zu 19 Meter hohes Hotel und ein Schnellrestaurant - der Stadtrat hat einer Änderung des Flächennutzungsplanes samt Aufstellung eines Bebauungsplanes auf einem etwa 10000 Quadratmeter großen Areal an der Autobahnausfahrt am Donnerstag geschlossen zugestimmt.

ToeBPlanA94Das Sondergebiet an der Autobahnausfahrt ist etwa 10000 Quadratemeter groß. (Skizze: Stadt Töging)Die Änderungen im Flächennutzungplan und zur Bebauungsplan-Aufstellung laufen in einem Parallelverfahren und sind mit Bauunternehmer Hans Bachmaier abgestimmt. Die Entscheidung im Stadtrat regelt grundsätzlich die Möglichkeit der Bauvorhaben – nicht aber was letztlich auf dem Areal zwischen der Firma Resch und dem Autobahnzubringer entstehen kann.

Bachmeier kann sich ein bis zu fünf Stockwerke hohes Gebäude vorstellen mit einer Nutzung für Verwaltung, Hotellerie oder auch ein Arzthaus, so seine Aussage in der Sitzung. Diese Höhe ist bereits in einem Nachbar-Gewerbegebiet genehmigt. Platz sei auf dem 10004 Quadratmeter großen Gelände für ein zweites Gebäude. Das vorgesehene Baufenster ist 40 Meter von der Autobahn entfernt.

Ausgeschlossen sind laut Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Einrichtungen wie eine Tankstelle, Vergnügungsstätten oder eine Wohnbebauung.

SPD-Stadträte für Option Schnellrestaurant

Laut Sitzungsvorlage waren auch Schnellrestaurants an dieser Stelle ausgeschlossen. Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst (CSU) begründete dies in der Sitzung mit seinem Missfallen dafür am Ortseingang – und stieß damit auf Kritik der Stadträte, vor allem auf Seiten der SPD, die 40 mögliche Arbeitsplätze ins Feld führte, nach Angaben von Günter Zellner, dritter Bürgermeister und DGB-Regionsgeschäftsführer, bei zumindest einem Fastfood-Anbieter mit einer guten Sozialcharta. Windhorst zufolge wird eine Nutzungs-Regelung erst bei der tatsächlichen Aufstellung eines Bebauungsplanes getroffen.

Sondergebiet lässt mehr Einfluss zu

Auf Nachfrage von Marco Harrer (SPD) begründete Windhorst die Ausweisung eines Sondergebiets anstatt eines Gewerbegebiets mit mehr Einfluss-Möglichkeiten auf die Nutzung. Zellner bat um eine rechtliche Prüfung dieser Einstufung, um gegen denkbare Einwendungen von Genehmigungsbehörden abgesichert zu sein.

Markus Staller (SPD) bezeichnete die Planung als Sondergebiet als „nachvollziehbar“, allerdings sollte die Möglichkeit eines Fastfood-Restaurants nicht ausgeschlossen werden. „Das sind ja nicht irgendwelche Buden“, so Staller.

CSU-Fraktionssprecher Christoph Joachimbauer sagte, die Entscheidung über die Art der Ansiedelung solle nach dem Nutzen für die Stadt und nicht für den Durchfahrtverkehr an der Autobahn ausgerichtet sein. Allerdings müsse dies „nicht heute“ festgelegt werden.

Alexander Wittmann (FW) kritisierte eine mögliche Konkurrenz durch die Systemgastronomie für bestehende Wirtschaften – was einige Stadträte aufgrund einer unterschiedlichen Ausrichtung des Angebots als nicht gegeben sahen.

Jugendliche wollen Fastfood

Stefan Grünfelder (CSU) sagte, seine Nachfrage bei Jugendlichen mit Hinweis auf eine Ablehnung eines Fastfood-Restaurants sei dort auf erheblichen Unmut gestoßen.

Markus Köhler (CSU) zufolge besteht in der Stadt ein weitaus höherer Bedarf an einem Hotel als an einem Fastfood-Restaurant. Dagegen sagte Zellner, es gehe gar nicht um eine Entscheidung Hotel oder Fastfood, es gehe um beides.

MdL Martin Huber (CSU) meinte, man solle sich auf ein Hotel „fokussieren“, um beispielsweise Besuchern der Messe München eine Alternative zu Münchner Hotels bieten zu können.

Josef Neuberger (FW) sagte, auf dem anvisierten Grundstück sei nicht unbedingt Platz für zwei Gebäude.

Karl Kaiser (CSU) wies auf eine mögliche Geruchsbelästigung durch Küchengerüche eines Restaurants hin.

Windhorst sagte, er habe sich aus städtebaulichen Gründen gegen ein Fastfood-Restaurant ausgsprochen. Allerdings hänge an dieser Entscheidung nicht sein Herzblut. Die Angaben auf der Sitzungsvorlage dienten lediglich der „Transparenz“. Heute, so Windhorst, würde nur entschieden, ob überhaupt etwas gebaut werden solle.

 

Zur Diskussion im Stadtrat ein Kommentar:

https://inntern.de/index.php/journal/meinung/4402-kommentar-arbeitsplaetze-ja-bitte


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