Kommentar: Volksfest-Wahrheiten

Die einen setzen auf Haudrauf, die anderen auf Tradition und Hoffnung

Unterschiedlicher hätten die Kundgebungen von CSU und SPD in diesem Jahr am Töginger Volksfest kaum sein können. CSU-Vertreter Thomas Kreuzer versuchte sich ganz am CSU-Haudrauf, vielleicht so, wie man ihn aus den 70er- und 80er-Jahren noch kennt, ganz im verbalen Nahkampf am politischen Gegner. Der Sozialdemokrat Horst Arnold suchte sein Glück bei der SPD als Traditionspartei, die nur das Wohl der Bayern im Auge habe, wenn auch seit Jahrzehnten von der Oppositionsbank aus. Als Wähler wünscht man sich mehr ausgearbeitete Lösungsvorschläge zu ganz konkreten Problemen, weniger parteipolitisches Kleinklein. Da hilft es auch wenig darauf hinzuweisen, was der Gegner in den letzten Jahren an Vorschlägen verhindert hat. Vielleicht ist eine Volksfest-Kundgebung nicht der richtige Ort für so ein Vorhaben. Möglicherweise hat sich ein Volksfest als Rahmen für Politik schlicht überholt – Orts-Tradition hin oder her. Bei manchen politischen Problemen drängt die Zeit sehr, der Klimaschutz ist nur eines davon, wenn auch die größte Aufgabe. Im Bierzelt ist das alles nicht zu bewältigen. Da hilft nur mehr Kooperation, parteiübergreifend, ideologiefrei, im Einklang mit der Wirtschaft, zielgerichtet, schnell. Und ohne Rücksicht auf einzelne Interessen. Das Gemeinwohl hat Vorrang.

Robert Attenhauser


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