Kommentar: Klimaschutz ante portas

Nicht jede Forderung nach mehr Klimaschutz ist pauschal umsetzbar

Zum Geschäftsmodell von Interessensgruppen zählen Maximalforderungen – Lobbyvertreter von Waffenverbänden oder Autofirmen tun sich beim Verständnis in der Öffentlichkeit seit jeher schwerer als beispielsweise Menschenrechtsgruppen oder Klimaschützer, erst recht seitdem die kleine Greta erfolgreich und mit gelgentlich grimmigen Blick die große Welt bereist. Allerdings ist nicht jede Forderung zu 100 Prozent umsetzbar. Das wird auch der Bund Naturschutz mit seinen Forderungen bei der Fortschreibung des Regionalen Entwicklungsplanes bemerken. Die Vertreter der Kommunen werden streiken bei Auflagen wie Verzicht auf Straßenbau oder Vorgaben beim Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs oder gar dem Primat des Klimaschutzes. Einzelne Forderungen sind sicher wünschenswert. Die Umsetzung aber muss machbar und finanzierbar sein, sonst bleibt die Entwicklung von Städten wie Dörfern auf der Strecke. Die Forderung nach mehr Klimaschutz ist durchaus zu rechtfertigen – wer sie aber erhebt, muss auch die Finanzierung und die Folgen daraus abwägen. Pauschale Bestimmungen werden scheitern, weil sie mehr für Unmut als für Verständnis sorgen. Ein nachhaltiges Aufklären der Gegebenheiten ist zielführender.

Robert Attenhauser